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Das Schienbeinkantensyndrom

Englisch: shin-plint syndrome

Laufanalyse Frankfurt - Praxis für Orthopädie | Oeder Weg 2 - 4 | 60318 Frankfurt | Kontakt

Definition Schienbeinkantensyndrom

Bei einem Schienbeinkantensyndrom handelt es sich um ein chronisches Schmerzempfinden im Bereich der faszialen Kompartimente des Unterschenkels und ist nach der Achillesehnenriss und der Stressfraktur (Ermüdungsbruch) die dritt häufigste Erkrankung der Leichtathletik.
Ausgelöst wird das Schienbeinkantensyndrom durch ein Missverhältnis des Muskelvolumens und der umhüllenden Fascie (stabilisierender Schlauch, in dem sich der Muskel befindet).
Durch die wenig elastische Fascie und dem stark wachsendem Muskel entsteht eine muskuläre Ischämie. Häufig besteht ein Zusammenhang zwischen sportlicher Betätigung und Schmerzsymptomatik des Schienbeinkantensyndroms. Die Schmerzen treten meist auf der Innen und/ oder Außenseite des Schienbeins auf. In den meisten Fällen ist der mittlere oder unteren Anteil des Schienbeins betroffen.

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Die Ursachen Ihres Schienbeinkantensyndroms anhand Ihres individuellen Laufstils erkennen und therapieren.
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Laufanalyse Frankfurt
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60318 Frankfurt am Main

Ursachen des Schienbeinkantensyndroms

Die Ursachen des Schienbeinkantensyndroms sind vielfältig.
Eine abrupte Leistungssteigerung, Wechsel der Laufschuhe, Laufen auf hartem Untergrund, Wechsel der Bodenbeläge, Belastungsänderung, vermehrte Vorderfußbelastung und eine zu starke Pronation (z.B. durch einen Knickfuß) begünstigen häufig die Entstehung eines Schienbeinkantensyndroms.
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Entstehung des Schienbeinkantensyndroms

Eine sportliche Belastung führt zu Volumenzunahme der Muskulatur und dadurch zur Erhöhung des Kompartmentdrucks (Druck innerhalb des Muskelschlauchs, bzw. der Fascie).
Die venöse und arterielle Durchblutung und somit Sauerstoffversorgung und Perfusionsdruck wird vermindert. Es kommt zu Austritt von Flüssigkeit aus den Gefäßen, praktisch einer Art innerlichem Schwitzen (med. Exsudation), die den Kompartmentdruck weiter erhöht.
Folgen sind Druckschäden der Muskulatur im Kompartiment. Der hintere Schienbeinmuskel, der Großzehenbeuger und der lange Großzehenbeuger sorgen für Stabilität während der Pronation.
Eine Überbelastung dieser Muskelgruppen bei starker Pronation und Laufen auf hartem Untergrund ist prädisponierend für ein Schienbeinkantensyndrom.

Diagnosestellung

Die typische Schmerzsymptomatik des Schienbeinkantensyndrom entsteht zumeist unmittelbar nach Belastungsbeginn.
Im weiteren Verlauf führen die Schmerzen meist zum Abbruch der Bewegung. Häufig ist eine Schwellung und Druckschmerz im mittleren Bereich der Schienbeinkante zu ertasten.
In einigen Fällen ist eine Beugung des Fußgelenks mit Schmerzen verbunden. Ein Röntgenbild des oberen Sprunggelenks (OSG) und Unterschenkels gibt Aufschluss über mögliche Ermüdungsbrüche (Stressfrakturen).

Therapie des Schienbeinkantensyndroms

Um langfristige, chronische Schmerzen zu vermeiden muss die betroffene Extremität geschont werden. Ein Belastungsabbruch ist in den meisten Fällen unumgänglich. Die Belastungsminimierung, bzw. Belastungsabbruch ist in den meisten Fällen mit einhergehender Beschwerdefreiheit verbunden.
Um trainingsbedingten Leistungseinbußen vorzubeugen empfiehlt sich der temporäre Umstieg auf Ausweichsportarten. Schwimmen oder Radfahren mit Ferseneinsatz sind hierbei ratsam.

  • Lokale Wärme,
  • muskelentspannende Präparate (Muskelrelaxantien) und
  • Antiphlogistika (entzündungshemmende Medikamente) sind sinnvolle konservative Maßnahmen zur Heilungsbeschleunigung.

Nächtliche Salbenverbände und Hochvolttherapie sind ebenfalls empfehlenswert.
Bei längerfristig ausbleibender Besserung können intrakompartimentale Infiltrationen wässriger Kortikosteroidlösungen (Injektionen in den Muskel mit einem kortisonhaltigem Präparat) helfen. Empfehlenswert, aber schmerzhaft ist die Priostmassage, eine Art physiotherapeutische Reflexzonenmassage. Dabei wird gezielt starker Druck auf die betroffene Muskulatur ausgeübt wird.

Individuell angefertigte orthopädische Einlagen bewirken nach wissenschaftlichen Studien bei 66% der Betroffenen eine Besserung.

Prävention des Schienbeinkantensyndroms

Eine Analyse des Laufstils mit Achsfehlstellungen, sowie Pronationsstellungen des Fußes ist ratsam um das Ausmaß der Fehlstellung zu bestimmen.
Individuelle Einlagen, sowie optimales Schuhwerk in Verbindung mit adäquaten Bodenbelägen und angepasstes Training können das Entstehen eines Schienbeinkantensyndroms in fast allen Fällen vorbeugen.

Zusammenfassung

Das Schienbeinkantensyndrom ist eines der häufigsten Erkrankungen im Laufsport. Die Therapiemöglichkeiten sind sehr umfangreich, wobei operative Therapien keine Rolle spielen.
Die konservativen Maßnahmen reichen von medikamentöser über physikalischer und physiotherapeutischer Behandlung. Eine Prophylaxe ist meist durch eine Laufbandanalyse, dem richtigen Umgang mit Material und Training möglich.